Schreibübung für autobiografisches Schreiben – weihnachtlich

Magische Worte für eine magische Zeit.

Autobiografisches Schreiben hat ganz viel mit Selbstreflexion zu tun, und viele kleine Schreibübungen trainieren die Fähigkeit, sich auf das Woher, Wohin und Warum zu konzentrieren.

Die Vorweihnachtszeit beginnt, und für diese Zeit habe ich mir eine kleine Schreibübung überlegt, die zu diesen Wochen passt.

Die Weihnachtszeit ist eine besondere Zeit im Jahr, egal, ob du Weihnachten feierst, wie oder was du feierst, oder ob du in dieser Zeit nicht viel mehr siehst als eine Reihe von freien Tagen. Es ist in jedem Fall eine besondere Zeit.

Es ist die dunkle Jahreszeit, die Zeit des kürzesten Tages, es ist die Zeit der 12 Raunächte, es ist die Zeit, in der ein Jahr zur Neige geht und ein neues sich ankündigt. Eine Zeit voll von Rückblicken und Vorausschauen. Eine Zeit, in der Menschen sich anders verhalten als sonst. Manche gespannt vor Erwartung, manche melancholisch, manche voller Pläne, manche gehetzt, manche voller Vorfreude und manche bedrückt. Kaum jemand aber kann sich von dem Gefühl freimachen, dass dies eine spezielle Zeit im Jahr ist. Genau die richtige Zeit, um ein wenig in dich zu gehen.

Wenn es dir irgendwie möglich ist, nimm dir Zeit für dich, ganz bewusst. Und wenn du diese Zeit für eine kleine, ganz entspannte Schreibübung nutzen magst, dann habe ich hier etwas für dich.

Die Worte der letzten Weihnacht – schreiben, um sich zu erinnern

Sehr frei nach Charles Dickens beschwören wir hier die letzte Weihnacht herauf: Erinnerst du dich? Horch doch mal in dich hinein. Wie war das letztes Jahr? Wie damals, als du ein Kind warst? Erinnerst du dich an Gespräche? An Gerüche? An Farben? Was verbindest du mit diesen Festtagen? Schönes oder Aufregendes? War es anstrengend oder entspannt? Gab es zu viele Menschen dabei in deinem Leben oder zu wenige? Wer oder was war da und wer oder was hat gefehlt?

Nimm dir ein bisschen Zeit und lass deine Gedanken zurückwandern. Zum vorigen Jahr, zu dem Jahr davor, und dann geh noch weiter zurück. Du wirst dich nicht an jedes Jahr erinnern, aber einiges wird dir noch präsent sein.

Bist du angekommen in deinen Erinnerungen? Sind die Bilder da? Siehst du sie? Fühlst du sie? Dann kommt jetzt das Schreiben ins Spiel. Versuch, für deine Erinnerungen passende Begriffe zu finden, die „magischen Wörter“, die für dich diese Erinnerungen repräsentieren. Das können die Klassiker sein wie Tannenbaumschmücken, Gänsebraten oder Bratäpfel. Das kann ein bestimmtes Geschenk sein, das du als Kind bekommen hast, die Verlobung unterm Weihnachtsbaum, aber auch ein Streit oder das erste Weihnachten nach dem Tod eines lieben Menschen. Vielleicht verbindest du mit den Weihnachtstagen aber auch eher Barbecue irgendwo an einem südlichen Strand, einen Spaziergang im Schnee oder irgendetwas völlig anderes?

Versuche, Kontakt aufzunehmen zu deinen Erinnerungen und sie greifbar zu machen, indem du 8 (oder auch 10 oder 12, aber nicht mehr) Worte findest, die die Weihnachtszeit deiner Vergangenheit beschreiben. Vielleicht findest du Schönes, vielleicht ist auch weniger Schönes dabei. Bring sie in eine Form, so zum Beispiel:

Wie sind deine Gefühle dabei?  Versuch, für jedes dieser Worte einen beschreibenden Ausdruck zu finden und schreibe den dazu. Zum Beispiel: Baumschmücken – chaotisch.

Die Worte der zukünftigen Weihnacht – schreib deine Wünsche auf

Wenn du diesen ersten Teil der Schreibübung erledigt hast, solltest du eine Pause machen. Koch dir eine Tasse Tee, geh ein wenig auf und ab, schau aus dem Fenster, lass die Erinnerungen ein Stück weit ziehen. Denn die nächste Übung lässt dich nicht zurückschauen, sondern nach vorn.

Jetzt geht es darum, dir deine ganz persönliche Wunsch-Weihnachtszeit zu schaffen: Was wünschst du dir für diese Zeit? Wie sieht dein Traum-Weihnachten aus? Mehr Nähe zu bestimmten Menschen? Weniger Hektik? Mehr Harmonie? Oder würdest du die Weihnachtszeit gern für eine Reise nutzen, sie in einem anderen Klima verbringen? Greife ruhig hoch bei diesen Wünschen, es geht nicht darum, was jetzt machbar ist, es geht um Träume. Trau dich was, benenne, was du brauchst, um dich gut zu fühlen. Versuche wieder, 8, 10 oder 12 Begriffe zu finden, die beschreiben, wie deine Weihnachtszeit sein sollte, wenn du die Möglichkeit hättest, diese Zeit perfekt zu gestalten. Und wenn du deine Begriffe gefunden hast, dann verbinde sie wieder mit einem Gefühlsausdruck.

Erfülle dir deine Wünsche – jetzt!

Hast du das gemacht?

Dann nimm jetzt noch einmal das Blatt mit deinen Erinnerungen zur Hand und schau genau hin. Wo weichen deine Träume von der Realität ab, und wo sind sie deckungsgleich? Überrascht dich das Ergebnis? Sollte es schon viele Übereinstimmungen geben, dann gratuliere ich dir – du hast schon viel umgesetzt von dem, was du dir für dein Leben wünschst. Das ist wunderbar!

Gibt es nicht viele Übereinstimmungen? Dann gratuliere ich dir ebenfalls: dir ist bewusst, was dir fehlt und wonach du dich sehnst. Und das ist ein erster Schritt, um dein Leben neu und besser zu gestalten, so dass mehr Zufriedenheit hineinkommen darf. Du kannst jetzt weitergehen und dir anschauen, welche Wünsche du leicht umsetzen kannst. Mit denen fang an. Die anderen können noch etwas warten, aber wenn du den ersten Schritt gemacht hast, werden die anderen nicht mehr unmöglich sein. Fang einfach an. Du musst nicht bis zu den Vorsätzen fürs neue Jahr warten. Der beste Zeitpunkt für Veränderungen ist – jetzt!

Diese kleine Schreibübung lässt sich übrigens auch wunderbar mit anderen Themen umsetzen. Egal, welche Jahreszeit gerade ist. Schreiben kann helfen, Gedanken zu klären und mehr Ruhe in den Kopf zu bringen. Vor allem autobiografisches Schreiben. Denn einmal auf Papier – oder in den Laptop – gebracht, müssen wir sie nicht mehr ständig hin und her wälzen. Wir bringen Ordnung hinein.

Versuchs mal – viel Vergnügen!

3 Kommentare zu „Schreibübung für autobiografisches Schreiben – weihnachtlich“

  1. Wunder-, wunder-, wundervoll!!! Ich danke Dir liebe Emma, das mache ich ganz bestimmt! Das spricht mir voll aus dem Herzen.
    Ich wünsche Dir eine magisch-schöne Vorweihnachtszeit.
    Liebe Grüße aus Wien (wo wir sogar Schnee hatten am Wochenende, ein Wort für die Sehnsuchts-Mind Map!)
    Celine

  2. Pingback: 22: Magische Worte für eine magische Zeit – Besinnliche Weihnachtszeit

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