Zielgruppengerecht schreiben – oder: Der Köder muss dem Fisch schmecken

Emma Sommerfeld Lektorin

Zielgruppengerechtes Schreiben – was ist das überhaupt? Klingt erstmal ganz logisch: Ich sollte meinen Text so schreiben, dass die Menschen, die ich damit erreichen will, ihn gern lesen und genau das für sich herausziehen können, was sie haben wollen. Unterhaltung. Information. Lösungen. Meine Leser*innen sollten sich verstanden fühlen. Sich von mir dort abgeholt fühlen, wo sie gerade stehen. Das Buch für vierzehnjährige Jugendliche sollte ich nur in Ausnahmefällen in derselben Sprache schreiben, die ich für den Pressetext in einer Wirtschaftszeitung verwenden würde. Und umgekehrt. Die Webseite für eine Trauerbegleiterin sollte nicht voll sein mit heiteren Anekdoten aus ihrem Arbeitsalltag. Klar soweit? Klar.

Nur – wie geht das denn in der Praxis mit dem zielgruppengerechten Schreiben? Woher weiß ich denn, was wer lesen will, und warum? Gar nicht so leicht …

Wenn du dir nicht sicher bist, wie du deine Leser*innen, Kund*innen, Klient*innen – also deine Zielgruppe – am besten erreichen kannst, empfehle ich, dir selbst einige Fragen zu stellen. Die Antworten können dir helfen, die richtige Sprache zu finden.

  1. Wen will ich mit meinem Text erreichen? In welcher Lebenssituation befinden sich die Menschen, die ich ansprechen will? Sind es ältere Menschen oder Jugendliche? Mütter, Väter mit ihren kleinen Kindern oder selbstständige Unternehmer*innen?
  2. Was ist das Anliegen der Menschen, die ich erreichen will? Weshalb suchen sie nach mir, meinem Buch, meiner Webseite? Geht es um ihre Gesundheit oder ihr Business? Hobby oder Familienangelegenheiten? Sport oder Meditation? Unterhaltung, Freizeit, Job?
  3. Kommen Menschen zu mir, die zwar ihr Problem kennen, aber nicht wissen, wo die Lösung liegen könnte (die ich ihnen dann biete)? Oder sind es Menschen, die genau wissen, was sie suchen, und mein Angebot nur mit anderen vergleichen wollen?
  4. Wie wichtig sind Fachbegriffe in meinem Angebot, und wie viele davon sollte ich erklären, weil sie nicht allgemein bekannt sind?
  5. Welche Rolle spielt meine Ausbildung? Ist es wichtig, einfließen zu lassen, welche Abschlüsse ich gemacht habe, wo meine Fachkenntnisse liegen, oder ist vor allem meine Lebenserfahrung von Bedeutung?

Es gibt noch viel mehr, das hebe ich mir für einen weiteren Beitrag auf. Aber damit lässt sich anfangen. Viel Erfolg!

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